Historie
Die Bundesrepublik Deutschland schickte sofort ein Bundeswehr-Kontingent in den humanitären Hilfseinsatz, in der Hauptsache Sanitätspersonal mit vielen Reservisten. Trotz der großen Entfernung von 10.000 km und der notwendigen diplomatischen Vorarbeit trafen die ersten Kräfte bereits am 03.01.2005 ein und begannen sofort mit dem Aufbau eines mobilen Lazaretts für die dringend notwendige medizinische Akut-Versorgung der Bevölkerung. Während der Aufnahme der ambulanten und operativen Behandlungen wurde das völlig zerstörte Zentral-Krankenhaus, Rumah Sakit Zainul Abiddin, aus dem Schlamm ausgegraben, Haus für Haus renoviert, neu eingerichtet und nach und nach in Betrieb genommen. Der Einsatz endete am 20. März 2005 nach der Übergabe des nun wieder funktionsfähigen Krankenhauses an die indonesischen Behörden.
Während des Einsatzes gewannen wir den Eindruck, dass nach Beendigung unserer Arbeit noch Vieles getan werden musste, da das Ausmass dieser Katastrophe die Möglichkeiten der Eigenhilfe einer von 40 Jahren Bürgerkrieg ohnehin schwer mitgenommenen Bevölkerung bei weitem überstieg.
Dies war die Geburtsstunde des Vereins Tsunami Banda Aceh Waisenkinderhilfe.
8 Mitglieder des Einsatzkorps, vorwiegend Ärzte, gründeten diesen Verein mit dem Ziel, Kindern dieser Region auch weiterhin zu helfen. Durch Sammeln von Spenden sollte Kindern eines Waisenhauses die Möglichkeit der Schulausbildung sichergestellt werden, verbunden mit medizinischer Versorgung. Dabei war oberste Prämisse, dass jegliche Unterstützung frei von politischer und/oder religiöser Einflussnahme und unter Beachtung der Gleichbehandlung von Mädchen und Jungen erfolgen sollte.
Mit dem Waisenhaus BTRG im Stadtteil Ulee Kareng wurde ein geeignetes Objekt gefunden. Dieses Haus,vor der Tsunami mit ca 17 Kindern belegt, hatte nunmehr über 50 Kinder in Obhut. Die sanitären und übrigen baulichen Gegebenheiten befanden sich in einem katastrophalen Zustand, so dass wir uns das Ziel setzten, auch das Haus zu renovieren.
Dem Dinas Sosial, vergleichbar unserem Sozialdienst, war dieses Haus schon vor der Tsunami als das schlechteste in ganz Aceh bekannt und daher begrüsste er ausdrücklich unser Vorhaben.
Die Aussenstelle der deutschen Botschaft unterstützte unser Vorhaben und so meldeten wir das Vorhaben der indonesischen Kontrollbehörde, dem BRR.
In AMURT fanden wir einen hervorragenden und zuverlässigen Komplementär, der die Bauplanung, -Genehmigung, Durchführung und Überwachung bis hin zur Abnahme im Jahre 2006 übernahm.
So wurde ein dem landestypischen Standard deutlich überlegenes Wohngebäude mit hellen Räumen, neuen Sanitäranlagen, einem separaten Küchen- und Wirtschaftgebäude mit Gemeinschaftsraum, sowie ansprechenden Aussenanlagen erstellt. Dieses Heim gibt nunmehr 65 Kindern Platz zum Leben und Ausbildung.
Der Zeitplan und die kalkulierten Kosten von ca. 100.000.- € wurden trotz der schwierigen Zeit (Bau-Boom in Banda Aceh) vollständig eingehalten - auch ein Verdienst von AMURT.
Durch Patenschaften konnte die Unterstützung der 65 Plätze über -6- Jahre sichergestellt werden.
Darüberhinaus wurde die Ausbildung einer Krankenschwester finanziert.
Ein weiteres Waisenhaus, Darul Muttaquin, erhielt von uns neue Sanitäranlagen und ein neues Küchengebäude.
Regelmäßige Besuche durch Vereinsmitglieder vor Ort sicherten die Aufsicht über die Verwendung der Mittel.
Der schöne Erfolg ist ein Beleg für nachhaltige Unterstützung und bestätigt unser Vorhaben, nach Möglichkeit auch weiterhin dort Hilfe zu leisten.
-so läuft noch ein Medizin-Stipendium ...für das die Finanzierung noch nicht vollständig gesichert ist.
...und wir beabsichtigen, ein integratives Heim für behinderte Kinder in Jantoh zu unterstützen. Dieses Objekt haben wir mehrfach besucht, eine hervorragende Organisation und Leitung feststellen können und halten es daher für ausgesprochen förderungswürdig.
All dies geht natürlich nur mit der Hilfe von Spendern, die wir hiermit bitten wollen, uns auch weiterhin zu unterstützen.
Spendenkonto: Volksbank Lippstadt, BLZ 416 601 24, Kto 788 788 000
Vielen Dank im Voraus
Dr.Dr.Wolfgang Rieffel